RIGOBERT DITTMANN — Bad Alchemy 01 Oct 2012

Diese 9- teilige Composition for any group of winds/strings/percussion instruments des auch selbst an der Aufführung mitwirkenden Altosaxophonisten und Umlaut-Aktivisten Badaroux ist eine von der Art, die der Interpretation großen Spielraum lässt. Badaroux kann sich dabei allerdings auf das Engagement von guten Bekannten verlassen. Neben dem Perkussionisten Antonin Gerbal und Sébastien Beliah und Joel Grip an Kontrabässen, seinen Partnern in Peeping Tom, Megaton und R.Mutt, helfen mit Pierre Borel an Klarinette und Eve Risser an einem transportablen Klein Piano zwei weitere Umlautler, mögliche Wege zwischen dem Bestimmten und dem Unbestimmten zu finden, wobei Badaroux den Hauptakzent auf rhythmische Asymmetrien legt. Nicht nur das Piano fungiert perkussiv, auch die Bassisten wechseln zwischen Bogenstrichen und Bogenschlägen. Durchwegs markant ist die kürzelhafte Tonsetzung, kurze, abrupt zuckende Luf tstöße der Münder, quickes Touchieren sämtlicher Hände. Das ergibt Musik von molekularer Quirligkeit, von abstrakt expressiver Spritzigkeit, von verhuschter, polymobiler Flüchtigkeit. Musik, die sich nicht festlegen lässt. Es gibt in diesem Geflipper immer wieder erkennbar zusammenhängende Tonfolgen, auch wenn sie manchmal von Spieler zu Spieler zu springen oder abzuprallen scheinen. Auch Anflüge von Melodik und sogar von Gefühlswerten – etwa die zwischen zagend und keck changierende Melancholie des finalen Teils. Oder die zwischen sehnend und brütend vexierende des achten. Wenn Nichtromantiker das lieber in Zahlenwerten ausgedrückt hätten, kann ich leider nur schwachmathisch die Schultern zucken.

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